Exkursion Regensburg

von Gernot Aigner (Kommentare: 0)

Letzte Exkursion der 5.Elektrotechnik

Abschlussfahrt der 5.ET nach Regensburg

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Am 19. April 2017 frühmorgens startete die 5.ET unter Leitung ihres JV DI Karl Jäger und mit Begleitlehrer Mag. Ferdinand Reichinger zu einer Abschlussfahrt mit dem Ziel Regensburg. Philipp Brandl hatte ausgezeichnete organisatorische Vorarbeit geleistet und mit dem Reiseunternehmen Karl Pliem einen höchst verlässlichen Partner für die notwendigen Personentransporte angeheuert.
Wir starteten bei frostigem Wetter, teils auf Schneefahrbahn, und strebten über Rosenheim und München unserem ersten Zwischenziel entgegen. Die Landschaft war zwar nicht mehr überzuckert, aber die für die Jahreszeit ungewöhnliche Kälte blieb uns leider auch im an der Isar gelegenen Landshut, der größten Stadt Niederbayerns, erhalten.

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Die 1204 begründete Stadt erlebte ihre Blütezeit im 14. und 15. Jahrhundert als Hauptstadt des Teilherzogtums Bayern. Die Landshuter Hochzeit ist eine seit dem Spätmittelalter berühmte Veranstaltung der Stadt. Sie erinnert an die 1475 vollzogene Heirat des bayerischen Herzogs Georg des Reichen mit der polnischen Königstochter Hedwig von Burghausen.
Wir machten einen gemeinsamen Stadtrundgang und erfreuten uns am Stadtbild der Gotik und Renaissance mit seinen vielen Baudenkmälern und vorindustriellen Bauensembles. Immerhin gilt die Landshuter Altstadt als einer der baukulturell bedeutendsten und besterhaltenen historischen Stadtkerne in Deutschland. Wir besuchten die Martinskirche mit ihrem gotischen Turm und die Stadtresidenz, eines der ersten Renaissancebauwerke nördlich der Alpen. Ein Besuch der Burg Trausnitz war uns aus Zeitmangel leider nicht möglich.
Dann ging es weiter nach Regensburg, wo wir als Erstes in einer Gaststätte am Haidplatz für unser leibliches Wohl sorgen mussten. Gestärkt bummelten wir anschließend durch die Altstadt und dann über die Steinerne Brücke zum Pylonentor, von wo aus wir zum Hotel transferiert wurden.
Wir bezogen im Hotel Mercure Quartier, um uns anschließend wieder zu einer Stadtführung in die Regensburger Altstadt zu begeben. Wir starteten mit den Spuren römischer Besiedlung: 179 n.Chr. war der Ort ein römisches Legionslager namens Castra Regina. Im Frühmittelalter wurde Castra Regina Herzogsresidenz der Agilolfinger und erste bayerische Hauptstadt. 739 n.Chr. wurde das Bistum Regensburg gegründet. Regensburg erlebte im 12. und 13. Jahrhundert seine wirtschaftliche Blütezeit durch den Fernhandel bis nach Paris, Venedig und Kiew. Das mit viel historischem Glück hervorragend erhaltene Stadtbild spiegelt den Reichtum dieses mittelalterlichen Regensburg wider.

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Wir bestaunten die romanische und gotische Architektur des Mittelalters, die noch heute das Gesicht der Altstadt bestimmt. 1135 – 1146 erfolgte der Bau der Steinernen Brücke. Das mittelalterliche Bauwunder wurde Vorbild für viele Brückenbauten, wie etwa die Karlsbrücke in Prag. Durch großangelegte Bau- und Sanierungsarbeiten blieb uns leider der vollständige Anblick dieses großartigen Bauwerks verwehrt.
Im Salzstadel an der Steinernen Brücke, der am Beginn der Neuzeit zur Lagerung von Salz errichtet wurde, bekamen wir, in einem wärmeren Ambiente, im Besucherzentrum Welterbe Regensburg weitere wichtige Informationen über die Entwicklung der Stadt. Am Neupfarrplatz, wo bis 1519 das Regensburger Judenviertel existierte, endete unsere Führung.
Nun war das Abendessen in einem klassischen bayrischen Wirtshaus angesagt. Beim Hacker-Pschorr saßen wir gemütlich beisammen, bis wir, bedingt durch den notwendigen Transfer zum Hotel, zum Aufbruch gerufen wurden.
Am nächsten Tag brachen wir nach einem hervorragenden Frühstück zur Führung im Reichstagsmuseum auf. Das Reichstagsmuseum wurde 1963 im Reichssaalbau und den historischen Räumen des Alten Rathauses eingerichtet. Hier war von 1663 bis 1806 der Sitz des Immerwährenden Reichstags. Wir bewunderten, kompetent geführt von Herrn Robert Ebner, den Reichssaal, einen der bedeutendsten Profanräume des Mittelalters mit erhaltener Holzdecke, Dekorationsmalerei des 16. Jahrhunderts und Kaiserthron, das Kurfürstenkollegium und das Kurfürstliche Nebenzimmer. Dann ging es hinunter in die Fragstatt, einen Verhörraum mit Folterwerkzeugen sowie in die Armesünderstube.
Nach einem Spaziergang zum Bismarck-Platz und zum fürstlichen Schloss Thurn und Taxis war Stärkung angesagt. Neben der Steinernen Brücke steht seit über 500 Jahren die historische Wurstkuchl. Dort gönnten sich schon im Mittelalter die Regensburger Steinmetze und Hafenarbeiter ihre Stärkung, und wie sie genossen wir die am offenen Holzkohlengrill zubereiteten, hausgemachten Würstl mit Senf nach historischem Rezept.

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Als wir zur Walhalla aufbrachen, lugte die Sonne zwischen den Wolken hervor. In der Walhalla werden – ursprünglich auf Veranlassung des bayerischen Königs Ludwig I. – seit 1842 bedeutende Persönlichkeiten „teutscher Zunge“ mit Marmorbüsten und Gedenktafeln geehrt. Der im griechischen Stil errichtete, imposante „Ruhmestempel“ thront hoch über der Donau. Wir genossen den weiten Blick über das Donautal und freuten uns schon auf einen Höhepunkt des Tages, den Besuch im supermodernen BMW-Werk Regensburg.
Im BMW Group Werk Regensburg werden acht unterschiedliche Fahrzeugvarianten produziert, die alle im Mix über die gleiche Produktionslinie laufen.
Bei der Führung durch Presswerk, Karosseriebau, Lackiererei und Montage kam einem nur der Begriff Industrie 4.0 in den Sinn. Roboter der Marken ABB und Kuga beherrschten über weite Strecken das Terrain. Die hinter den Montageabläufen stehende Logistik war absolut beeindruckend. Auf einer Gesamtfläche von ca. 140 Hektar beschäftigt BMW in Regensburg ca. 9.000 Mitarbeiter, mehr als 300 Auszubildende, und produziert pro Tag nicht weniger als 1.100 Fahrzeuge.
Den Abend beschlossen wir beim Griechen am Herzogshof.

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Am nächsten Tag hieß es Koffer packen. Über Passau ging es den Inn entlang bis Braunau-Ranshofen, wo wir Gäste der AMAG Austria Metall AG waren. Die AMAG produzierte 2016 mit fast 1800 Mitarbeitern mehr als 400.000 Tonnen Aluminium. Wir wurden vom technischen Vorstand Priv.Doz. Dipl.-Ing. Dr. Helmut Kaufmann gastfreundlich empfangen und erhielten vom Abteilungsleiter Instandhaltung bei AMAG rolling, Herrn Roland Bernhofer, eine Information über Beschäftigungsmöglichkeiten für HTL-Absolventen der Elektrotechnik- und Elektronikabteilung. Anschließend führte uns Herr DI Leopold Pöcksteiner höchst kompetent durch die verschiedenen Produktionsbereiche des Unternehmens. Besonders beeindruckten uns das Gießverfahren, das neue Warmwalzwerk und die tolle Architektur des Werksausbaus insgesamt.
Nach der abwechslungseichen Tour durch das expandierende Unternehmen wurden wir noch großzügig bewirtet und konnten mit Innviertler Speckknödeln im Bauch und viel zusätzlichem Wissen im Kopf entspannt die Heimreise antreten.

Bericht REF

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