HTL-Schüler profitieren vom Fachkräftemangel

Rund 1.500 offene Stellen für ausgebildete Fachkräfte mit technischen Berufen gibt es derzeit beim AMS im gesamten Bundesland. Die Technikerschmiede HTL Salzburg beobachtet, auf der Suche nach Fachkräften werden die Firmen immer einfallsreicher.

Mehr als 1.500 offene Stellen für ausgebildete Fachkräfte sind beim AMS in Salzburg gemeldet, tatsächlich dürften es aber deutlich mehr sein, denn bei weitem nicht alle offenen Stellen werden dem Arbeitsmarktservice auch gemeldet. Die Schüler der HTL Salzburg sind zwar noch nicht fertig ausgebildet, aber schon jetzt werben Salzburger Firmen bei den Technikern von morgen.

Angesichts des akuten Fachkräftemangels im Land wollen zahlreiche Unternehmen schon vor der Matura bei ihren künftigen Mitarbeitern den besten Eindruck machen. „Man merkt, die Firmen geben sich Mühe, dass die Praktikanten mit einem ordentlichen Bild vom Unternehmen ins nächste Schuljahr starten“, sagte Simon Föger, Maschinenbau-Maturant.

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Fachkräftemangel: Firmen werben um Nachwuchs
Immer mehr heimische Unternehmen schaffen Anreize für HTL-Schüler, um die Techniker von morgen zu gewinnen.

Unternehmen investieren in Schul-Labor

Erst kürzlich finanzierten heimische Unternehmen das neue Elektrotechnik-Labor um 150.000 Euro in der HTL. Eine weitere Möglichkeit für Firmen, um sich den HTL-Schülern bereits als spätere Arbeitgeber zu empfehlen. „Es ist im Moment für Techniker schon ein Eldorado am Arbeitsmarkt“, sagte die Vizepräsidentin Industriellenvereinigung Marianne Kusejko.

HTL Schüler

ORF

Heimische Firmen kämpfen darum, in den Köpfen der HTL Schüler präsent zu sein

Palfinger: Absolventen wollen sinnvolle Arbeit

Der Salzburger Kranhersteller Palfinger hat die Bedeutung der HTL als Kaderschmiede für künftige Fachkräfte seit Jahren erkannt. So sind Schulpraktika etwa ein gängiger Weg ins Unternehmen. „Ein sehr großer Hebel für uns ist es, den Absolventen Freiräume zu geben, früh mitgestalten zu können, auch Verantwortung zu übernehmen, weil die Mitarbeiter von heute wollen eine sinnvolle Arbeit ausüben“, sagte Palfinger-Personalchef Michael Berger.

Der Salzburger Informatikdienstleister Conova zum Beispiel holt HTL-Schüler und FH-Studenten sogar während ihrer Schulausbildung bereits stundenweise in seine Firmenakademie und geht danach sogar noch weiter. „Wir haben viele Maßnahmen, dass wir die Leute halten können, zum Beispiel ein wöchentliches Fitnesstraining, Massageeinheiten oder auch eine Müsli- und Obstecke im Unternehmen. Alles mit dem Ziel, damit wir die Arbeitsbedingungen für die bestehenden Leute so gut wie möglich gestalten können“, schilderte Gerhard Haider, Geschäftsführer von Conova.

Salzburg als Dorado für Techniker

Für ausgebildete Techniker ist Salzburg derzeit ein Dorado, sie können sich Arbeitgeber und Arbeitsbedingungen großteils frei aussuchen, sagte die Vizepräsidentin der Salzburger Industriellenvereinigung, Marianne Kusejko. Einstiegsgehälter von rund 2.600 Euro brutto pro Monat sind derzeit für HTL-Elektrotechnik- oder Informatik-Absolventen die Untergrenze. Auf die 2.700 Salzburger HTL-Schülerinnen und Schüler warten positive Berufsaussichten. Wie lange der Fachkräftemangel in den technischen Berufen in Salzburg noch andauern wird, lässt sich derzeit nicht abschätzen.

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